Tendovaginitis de Quervain

Was ist eine Tendovaginitis de Quervain?

Tendovaginitis bedeutet "Sehnenscheidenentzündung". Die Tendovaginitis de Quervain wird auch als "Enge des ersten Streckerfaches" bezeichnet. Es handelt sich um einen unklaren Entzündungszustand der Sehnengleitlager im sogenannten ersten Streckerfach. Dort befinden sich die kurze Daumenstrecksehne und die lange Daumenabspreizersehne.

Wodurch entsteht eine Tendovaginitis de Quervain?

Wir wissen es nicht. Gerne wird eine chronische Überbeanspruchung (berufsbedingt!?) angenommen. Dies ist jedoch zweifelhaft. Meist sind Frauen mittleren Alters betroffen.

Anatomie im Bereich des ersten Streckerfaches

Die Grafik (1) zeigt die Lokalisation des ersten Streckerfaches. Zwei Sehnen laufen durch diese "Führung": die kurze Daumenstreckersehne (Musculus extensor pollicis brevis, EPB-Sehne) und die lange Daumenabspreizersehne (Musculus abductor pollicis longus, APL-Sehne). Die Grafik ist stark vereinfacht. Oft haben die beiden Muskeln mehr als eine Sehne. Und die Sehne des kurzen Daumenstreckers verläuft gelegentlich in einem eigenen Unterfach. Nach diesem Unterfach muss immer gesucht werden.

Wie wird die Diagnose gestellt? 

Die klinische Untersuchung ist zur Diagnosestellung ausreichend. Oft findet sich eine  Schwellung über dem körperfernen Abschnitt der Speiche. Die Sehnen des ersten Streckerfaches sind druckschmerzhaft.  Der Finkelstein-Test löst einen Schmerz aus: Der Patient umschließt den gebeugten Daumen mit der Faust. Bei der Kantung des Handgelenkes nach ellenwärts/kleinfingerwärts (ulnar) kommt es zu einem lebhaften Schmerz. Der Test ist wegweisend für diese Erkrankungen - wir nennen dies pathognomonisch.

Wie wird die Tendovaginitis de Quervain behandelt?

Im Frühstadium kann eine Ruhigstellung in Kombination mit entzündungshemmenden Medikamenten versucht werden. Wenn die Beschwerden damit nicht dauerhaft zu beseitigen sind, sollte eine Operation durchgeführt werden.

Das Prinzip der Operation ist einfach. Es besteht in der kompletten Spaltung des ersten Streckerfaches (und gegebenenfalls in der Spaltung des Unterfaches). Bei entzündlicher, stärerer Wucherung des Gleitgewebes wird dieses ebenfalls entfernt.

Welche Gefahren gibt es bei der Operation?

Im Operationsgebiet liegen die sensiblen Äste des Speichennervs. Sie müssen unbedingt geschont werden. Bei Verletzungen der Äste kommt es neben einer Taubheit auf der Streckseite der Mittelhand zwischen Daumen- und Zeigefingerstrahl zu viel unangenehmeren elektrisierenden Mißempfindungen an der Verletzungsstelle. Ketten, Uhren und selbst Hemdsärmel können zur Qual werden.

Wann tritt nach der Operation der Erfolg ein?

Auch bei komplikationslosem Verlauf benötigt das Sehnengleitlager des ersten Streckerfaches 2 bis 4 Wochen für die Rückbildung der Symptome. In der Regel besteht nach 2 bis 4 Wochen Arbeitsfähigkeit.

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