Der Speichenbruch, die Radiusfraktur

Was ist ein Speichenbruch?

Der Speichenbruch (Radiusfraktur) an typischer Stelle (loco typico) ist mit 20% aller Knochenbrüche oder 2,5% aller Unfallverletzungen der häufigste Bruch des menschlichen Körpers. Typisch ist die Lokalisierung des Bruches mit ca. 2 cm unterhalb des Handgelenkes. Die Formen des Bruches selbst können sehr vielfältig sein und haben zu vielen Klassifikationen geführt.

Was führt zum Speichenbruch?

90% der Speichenbrüche sind Überstreckungsbrüche (Extensionsfrakturen) durch einen Sturz auf die überstreckte und einwärts gedrehte (pronierte) Hand. Die Hand wird nach dem Aufprall am Boden fixiert. Durch die Schwerkraft des Körpers kommt es zu einer maximalen Auswärtsdrehung (Supination) des Unterarmes und einer stauchenden Kraft, die auf Handwurzel und Speichengelenkfläche wirkt.

Kann es zu Begleitverletzungen kommen?

Ja! Es kann zu Verrenkungen (Luxationen) der Gelenke kommen. Ferner sind Brüche der Handwurzelknochen (Karpalknochen) nicht selten. Selbst ellengelenknahe Verletzungen sind bekannt.

Eine der häufigsten  Verletzungen ist der gleichzeitige Abriss des Ellengriffelfortsatzes (Processus syloideus ulnae). Auch auf unserem Beispielbild (1 und 2) unten ist der Ellengriffelfortsatz abgebrochen!

Das folgende Röntgenbild zeigt neben dem Speichenbruch eine Verletzung, die nicht den Knochen betrifft. Es ist zu einem Riss des Bandes zwischen Mond- und Kahnbein der Handwurzel gekommen. Der erfahrene Chirurg erkennt dies an dem aufgeweiteten Gelenkspalt (3). Vergleichen sie doch einmal mit einem normalen Röntgenbild des Handgelenkes. Der Gelenkspalt zwischen den beiden Handwurzelknochen ist normalerweise schmaler!

Diese Bandverletzung kann schwerwiegender sein als der Bruch selbst! Ich habe der Problematik der Bandverletzungen eine eigene Infoseite eingeräumt.

Wie wird ein Speichenbruch behandelt?

Lange galt der Speichenbruch als ein gutartiger und konservativ (nicht-operativ) zu behandelnder Bruch. Diese Einstellung hat sich geändert.

Zu diskutieren ist das konservative Vorgehen eigentlich nur bei Brüchen ohne Verschiebung. Bei verschobenen Brüchen kommt in Abhängigkeit vom Bruchtyp für das operative Vorgehen eine Reihe von Verfahren zu Anwendung (4):

Ziel der operativen Behandlung ist

Mit der reinen Gipsruhigstellung ist meist der natürliche Gelenkwinkel nicht wieder herzustellen. Die Folge sind Bewegungseinschränkungen. Auch Stufen in der Gelenkfläche führen langfristig zu vermehrtem Verschleiß des Gelenkes. Bei langer Ruhigstellung kommt es zu einer Einsteifung auch nicht betroffener, benachbarter Gelenke.

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