Mondbeintod, Morbus Kienböck

Synonyme - verschiedene Bezeichungen, aber ein Krankheitsbild

Der Mondbeintod wurde 1910 durch den Radiologen Kienböck beschrieben. Erkannt wurde die Erkrankung aber bereits 1843 durch Peste. Der Mondbeintod wird häufig als Kienböck'sche Erkrankung (Morbus Kienböck) bezeichnet. Daneben finden sich weitere Bezeichnungen: Lunatummalazie und Lunatumnekrose.

Was ist ein Mondbeintod?

Es handelt sich um ein Absterben (Nekrose) des Mondbeines. Das Mondbein ist einer der Knochen der Handwurzel.

Was ist die Ursache für den Mondbeintod?

Die Ursache - so es denn nur eine Ursache gibt - ist letztlich bis heute nicht geklärt. Diskutiert wurden in der Vergangenheit Unfallfolgen, wiederkehrende Mikrotraumen (Erschütterung), Minderdurchblutung, Gefäßverengungen durch Vibration, Druckerhöhung auf das Mondbein durch eine kurze Elle, und vieles mehr.

Der Mondbeintod kann nach Nr. 2103 der Berufskrankheitenverordnung (BKV) nach zumindest zweijähriger Berufstätigkeit mit Druckbelastungen durch Erschütterungen bei der Arbeit mit Druckluftwerkzeugen als Berufskrankheit anerkannt werden. Die berufliche Verursachung ist in Fachkreisen aber umstritten.

Der typische Patient, bei dem ein Mondbeintod diagnostiziert wird, ist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr und männlich (Verhältnis etwa 2 : 1). Es handelt sich meist um Männer mit manuellen Berufen. Es könnte argumentiert werden, dass diese Berufsgruppe nur aufgrund der Belastung  auffällt.

Wie äußert sich der Mondbeintod?

Die Beschwerden sind sehr unspezifisch. Solange nur das Mondbein betroffen ist, beklagen die Patienten Schmerzen im streckseitigen Handgelenk nach manueller Belastung. Die Beschwerden nehmen zu, wenn das Mondbein zunehmend seine Form verliert und es zu Veränderungen der gesamten Handwurzel kommt.

Die meisten Mondbeinerkrankungen werden erst in späteren Stadien entdeckt.

Wie wird der Mondbeintod diagnostiziert?

Die Diagnose des Mondbeintodes ist ein Bereich der bildgebenden Verfahren.

Zur Anwendung kommen konventionelle Röntgenbilder und die Kernspintomographie. Auch die Szintigraphie hat zu Abgernzung anderer Krankheitsbilder ihre Berechtigung. In frühen Stadien kann nur die Kernspintomographie Veränderungen nachweisen.

Daher sollte bei unklaren Handgelenksbeschwerden zunächst eine Röntgenaufnahme in zwei Ebenen erfolgen.  Ist diese ohne Hinweis auf eine Mondbeinveränderung, so empfiehlt man heute eine Kernspintomographie mit Kontrastmittelgabe nach etwa 6 Wochen.  Persönlich würde ich die Kernspintomographie früher durchführen, wenn Begleitumstände, die häufig mit dem Mondbeintod auftreten, nachweisbar sind. Besonders die verkürzte Elle möchte ich hier nennen.

Ist die Röntgenuntersuchung bereits richtungsweisend, erübrigt sich in der Regel die Notwendigkeit einer Kernspintomographie.

Auf den folgenden zwei Bildern wurde (aufgrund des kindlichen Alters) an die positive Röntgenuntersuchung (1) auch eine Kernspinuntersuchung (2)  angeschlossen.

Sehr gut ist auf der Röntgenaufnahme die Verdichtung des Mondbeines zu erkennen. Als häufiger Nebenbefund findet sich auch eine Verkürzung der Elle (Ellenminusvariante) gegenüber der Speiche (3):

Auch die Kernspintomographie des gleichen Patienten zeigt typische Veränderungen. Bei der sogenannten T1-Wichtung ist das Signal des Mondbeines gemindert.

Stadien der Mondbeinerkrankung und deren Therapie 

Der Mondbeintod wird in Stadien eingeteilt. In der Praxis hat sich eine Stadieneinteilung in vier Hauptstadien etabliert. Die Einteilung geht von nur im Kernspintomogramm sichtbaren Veränderungen (Stadum I), über Verdichtung (Stadium II) und Höhenminderung (Stadium III) zur Arthrose des Handgelenkes (Stadium IV). Die ursprüngliche Einteilung nach Decoulx hat in den Jahren immer wieder Veränderungen erfahren.

Da wir bis heute die genaue Ursache nicht kennen, beruhen die meisten Therapieformen auf Erfahrung.

Die Therapie sollte sich an den Stadien des Mondbeintodes orientieren.

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