Brüche der Mittelhandknochen ll-V

Brüche der Mittelhandknochen kommen relativ häufig vor. Meist sind junge Patienten davon betroffen. Das auslösende Trauma bestimmt ganz wesentlich den auftretenden Bruchtyp. Wir unterscheiden:

Sportunfälle führen häufig zu Schaftbrüchen, z.B. durch Drehsturz auf die geschlossene Faust (Skiunfall). Der Kopfbruch und besonders der subkapitale Bruch sind meist Folge eines Schlags auf einen harten Gegenstand. Diese Bruchform wird daher auch Boxer-Bruch genannt... Allerdings sehen wir erfahrene Boxer nur selten.

Operative oder konservative Therapie?

Entscheidend für das therapeutische Vorgehen bei Mittelhandbrüchen ist die Fehlstellung. Während geringe Einstauchungen noch tolerierbar sind, so bedürfen Achsenfehlstellungen und besonders die Rotationsfehlstellung einer meist operativen Korrektur.

Ziel ist eine möglichst stabile Versorgung bei exakter anatomischer Wiederherstellung, damit möglichst früh mit einer Bewegungstherapie zur Vermeidung von Bewegungseinschränkungen begonnen werden kann.

Typische Brüche der Mittelhandknochen II bis V:

Schaftbrüche

Die Entwicklung von kleinen Titanimplantaten macht auch den Einsatz in der Handchirurgie möglich. Oft wurden im Handbereich nur Drähte eingesetzt. Dies haben jeodch viele Nachteile und erreichen häufig nicht das o.g. Ziel einer übungsstabilen Versorgung. Meist kommen daher Platten und Schrauben zum Einsatz.

Die nebenstehende Röntgenbildserie (1) zeigt die rechte Hand eines 12-jährigen Jungen. Er hatte sich die Verletzung auf einer Wasserrutsche zugezogen. Die präoperativen Röngtenbilder zeigen einen Bruch des Schaftes am 3. und 4. Mittelhandknochen. Auch auf den Röntgenbildern ist ein Drehfehler zu erkennen. Besonders die Tatsache der Fehlstellung - aber auch die Verletzung zweier Mittelhandknochen - führt zur Operationsindikation.

Wir haben über einen Hautschnitt am Handrücken zwischen den beiden Knochen jeweils 3 Titanminischrauben (3) eingebracht.

Subkapitaler Mittelhandknochenbruch und Kopfbruch

Bei subkapitalen Mittelhandknochenbrüchen wird häufig mit einem in den Markraum eingebrachten Draht (evtl. auch mehr) geschient (2). Die Bruchzone wird nicht eröffnet. Der Bruch wird "geschlossen" eingerichtet. Dann wird über einen Hautschnitt an der (unverletzten) Basis des Mittelhandknochens der Markraum eröffnet und ein Draht zum Bruch vorgeschoben.

Bei guter Lage des Drahtes darf der Patient früh den Kleinfinger bewegen. Zur Verhinderung von Drehfehlern, sollte allerdings ein Mitläufer angelegt werden. Dieser schient den verletzten Kleinfingerstrahl an den Ringfingerstrahl.

Nicht alle Bruchformen im Kopf und subkapitalen Bereich eignen sich für diese Versorgung. Bei in den Kopfbereich reichenden Bruchlinien und bei Schrägbrüchen ist die Verschraubung der sicherere Weg.

Bei Kopfbrüchen hat der Draht in der Regel zu wenig Halt. Bei Schrägbrüchen, die bis deutlich in den Schaft reichen, ist die Gefahr einer Falschgelenkbildung (ausbleibende knöcherne Durchbauung) sowie die Gefahr von Drehfehlern groß.

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