Gichtknoten

Folgen der chronischen Gicht

Die Veränderungen, welche ich hier besprechen möchte, sind keine eigentlichen Neubildungen des Gewebes. Die in den folgenden Abbildungen gezeigten "Knoten" (Bild 1 und 2) sind Folgen der chronischen Gicht.

Die Gicht ist eine Erkrankung des Mannes oder der Frau in den Wechseljahren. Häufig sind andere Familienmitglieder betroffen. Es handelt sich um eine Stoffwechselerkrankung mit zu hohen Harnsäurespiegeln im Blut. Harnsäure ist nur mäßig in Körperflüssigkeiten löslich und bildet, wenn sie ausfällt, Kristalle.

Die akute Gicht ist Folge der Harnsäurekristalle in der Gelenkflüssigkeit. Sie kann anfänglich schwer von anderen Entzündungsursachen - z.B. einer bakteriellen Gelenkentzündung - unterschieden werden. Wegweisend ist immer der Harnsäurespiegel im Blut.

Bleibt die Gicht lange unbehandelt, so kommt es in den Geweben zu Kristallablagerungen. Wir sprechen vom Gichttophus. Eine bekannte Lokalisation ist der Tophus am Rand der Ohrmuschel. Viel problematischer sind aber die Ablagerungen in der Niere sowie um die Gelenke.

An der oberen Extremität sind besonders das Ellengelenk, die Finger und das Handgelenk betroffen.

Es finden sich tumorartige Schwellungen um die Gelenke. Neben der ästhetischen Erscheinung führt auch die beträchtliche Einschränkung der Beweglichkeit und die Gefahr der druckbedingten Hautschädigung letztlich zur operativen Entfernung.

Auch die Veränderungen im Röntgenbild durch die chronische Gicht sind recht typisch. An den gelenknahen Enden der Knochen finden sich Defekte, welche durch die Kristllablagerungen entstehen.  Lediglich ähnliche Röntgenveränderungen durch rheumatische Erkrankungen müssen abgegrenzt werden.

Die Operation macht keinen Spaß! Auch nicht dem Chirurgen...

Das Gewebe (3) ist wie mit Fensterkitt durchtränkt. Die bröckelig-weichen Ablagerungen sind schwer von den einzelnen Geweben abzugrenzen. Nerven und Gefäße sind während der Operation ständig in Gefahr und nicht selten müssen Sehnen oder Bänder teilentfernt werden.

Lassen Sie es nicht zu Komplikationen kommen!

Die Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung. Sie gehört in die Hände des erfahrenen Internisten. Das dargestellte Beispiel ist eine Spätfolge der Gicht. Der Chirurg kann die Gicht nicht heilen.

Die Gicht selbst und andere - häufig gleichzeitig vorkommende -Stoffwechselstörungen (Diabetes, Cholesterinerhöhung, Bluthochdruck, Übergewicht) machen regelmäßige internistische Kontrollen und eine entsprechende Medikation notwendig.

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