Falschgelenkbildung an Hand und Handwurzel (Pseudoarthrose)

Was ist eine Falschgelenkbildung?

Die Pseudoarthrose oder auch Schein- bzw. Falschgelenk ist eine Erkrankung des Knochens. Heilt ein Knochenbruch nicht richtig, bildet sich zwischen den Bruchenden Narbengewebe aus, die Bruchstellle bleibt beweglich. Daher der Name "Falschgelenk" oder Pseudoarthrose.

Was ist die Ursache einer Pseudoarthrose?

Wird ein verletzter Knochen zu früh belastet, kann das vom Körper in den Bruchspalt eingebrachte Reparaturmaterial zerstört werden, der Heilungsprozess wird an seinen Anfang zurückgeworfen. Probleme kann das bei älteren Leuten geben, die aufgrund ihrer geminderten Kraft und Geschicklichkeit gar nicht immer fähig sind, ein gebrochenes Bein konsequent über die erforderlichen vier oder mehr Wochen zu entlasten. Sind die Leute sehr dick, sitzt bei ihnen kein Gips wirklich gut, auch hier ist die Ruhigstellung des Bruches nicht unbedingt gegeben. Kinder sehen oft die Notwendigkeit, Einschränkungen in Kauf zu nehmen, nicht ein, und belasten meistens wesentlich zu früh, vor allem, wenn gerade niemand hinsieht.

Therapie

Ist es erst einmal zu einer Pseudarthrose gekommen, sind die konservativen Möglichkeiten der Behandlung in den meisten Fällen erschöpft. Das Narbengewebe, das sich in den Bruchspalt eingelagert hat, verhindert eine Knochenbruchheilung. Es muss zunächst operativ entfernt werden, anschließend erfolgt dann eine Osteosynthese.

Die nebenstehenden Abbildungen zeigen eine in der Handchirurgie häufige Falschgelenkbildung. Es handelt sich um die Falschgelenkbildung am Kahnbein. Das Kahnbein (Scaphoid, Os scaphoideum) ist ein Handwurzelknochen.

Ein Bruch des Kahnbeins ist schon aufgrund der Durchblutungssituation an diesem Knochen problematisch. Das körpernahe Bruchstück wird häufig von der Durchblutung abgeschnitten. Selbst bei korrekter Ruhigstellung kann eine knöcherne Durchbauung ausbleiben.

Viele der Brüche am Kahnbein werden nicht behandelt und oft als Handgelenkszerrung abgetan. Denn die Schmerzen nach einem Kahnbeinbruch lassen rasch nach. Erst, wenn es aufgrund von Fehlstellung und Arthrose zu Schmerzen kommt, wird wieder eine Röntgenuntersuchung durchgeführt. Dann erkennt man die Problematik rasch.

Auf den Bildern (1-2) sind Kahnbeinpseudoarthrosen zu erkennen. Während auf dem ersten Bild bei straffer - also wenig beweglicher - Falschgelenkbildung die Veränderungen gering sind, so erkennen wir auf dem zweiten Bild einen deutlicheren Spalt im ehemaligen Bruchgebiet. Diese Resorptionszonen sind ein Hinweise auf eine pathologische Beweglichkeit! Über die Jahre wird es hier zu einem Verschleiß der beteiligten Gelenkflächen kommen. Das Resultat sind Schmerz und Bewegungseinschränkung.

Auf dem nächsten Bild (3) sehen wir eine operierte Kahnbeinpseudarthrose. D.h., die eigentliche Falschgelenkbildung (Bindegewebe) ist entfernt und durch Knochen (aus dem Beckenkamm) ersetzt. Fixiert wird der eingebrachte Span durch eine Schraube. 

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