Enchondrom

Was ist ein Enchondrom?

Das Enchondrom ist ein gutartiger, knorpeliger Tumor. 60% dieser Tumoren kommen in den Knochen der Hand vor. Am häufigsten sind die Mittelhand- und Fingerknochen betroffen. Seltener sind auch die Knochen der Handwurzel betroffen.

Welche Symptome treten bei Enchondromen auf?

Lange können Enchondrome in den Knochen der Hand keine oder nur unspezifische Beschwerden machen. Nicht selten werden Enchondrome bei der  Röntgenuntersuchung der Hand aus anderen Gründen (z.B. Sturz) als Nebenbefund entdeckt. Viele Enchondrome der Hand fallen durch eine langsam zunemende Schwellung auf.

Schwächt das Enchondrom die Festigkeit eines Handknochens, so kann dieser Knochen bei normalen Tätigkeiten brechen. Wir sprechen in diesem Zusammenhang von einem pathologischen Bruch.

Kann ein Enchondrom an mehreren Stellen auftreten?

Ja. Es gibt Patienten mit multiplen Enchondromen (Morbus Ollier). Diese Enchondrome fallen im Gegensatz zu solitären Enchondromen schon in ihrer Kindheit durch Knochenauftreibungen und Wachstumsstörungen auf. Hauptrisiko im Erwachsenenalter ist ein malignes Entartungspotenzial von bis zu 40%. Schmerz und zunehmende lokale Auftreibung des Knochens sowie eine Ausdünnung der Kortikalis sind die wesentlichen klinischen und radiologischen Kriterien,welche die Entartung in ein niedrigmalignes Chondrosarkom als wahrscheinlich erscheinen lassen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Das Röntgenbild ist für die Stellung der Verdachtsdianose "Enchondrom" sicherlich sehr wichtig. Leider gibt es keine sicheren Zeichen im Röntgenbild, so dass es bei der Verdachtsdiagnose aufgrund des Röntgenbildes bleiben muss. Allerdings geben Form und Lokalisation dem Arzt wichtige Hinweise. Sicherheit kann nur die feingewegliche Untersuchung unter dem Mikroskop des Pathologen geben. D.h., Gewebe muss hierfür durch eine Operation gewonnen werden.

Auf dem nebenstehenden Röntgenbild (1) ist ein gesichertes Enchondrom des fünfen Mittelhandknochens abgebildet.  

Auch auf den nächsten Röntgenbildern (2-4) sind in sehr typische Befunde zu erheben.

Ist eine Operation notwendig?

Durch eine Operation ist die Sicherung der Diagnose möglich. Durch das Wachstum führt das Enchondrom letztlich zu einer Auftreibung und Schwächung des Knochens. Die Gefahr eines Bruches erhört sich deutlich.

Die Operation eines Enchondroms ist nicht dringlich. Nur wenn die Diagnose unklar ist oder ein pathologischer Bruch bereits vorliegt sollte schnell operiert werden.

Kann ein Enchondrom bösartig werden?

Im Bereich der Hand ist die Entartung extrem selten. Dennoch ist sie nicht ausgeschlossen. Ein deutlich erhöhtes Risiko besteht bei multiplen Enchondromen (Mobus Ollier).

Wie geht man bei der Operation des Enchondroms vor?

Die Haut über dem betroffenen Knochen (hier das Mittelglied) wird eröffnet (5). Der Knochen wird über dem Enchondrom gefenstert. Über diese Öffnung kann der Chirurg mit einem Instrument die Tumorhöhle ausräumen. Dies muss sehr sorgfältig geschehen, um keine Enchondromreste zu belassen. 

Das entfernte Tumorgewebe wird zur feingeweblichen Untersuchung zum Pathologen gesendet.  Dieser untersucht das Gewebe u.a. auf veränderte Zellen, die auf eine Entartung hinweisen können. Abbildung (6) zeigt typisches Enchondromgewebe.

Was geschieht mit dem Hohlraum im Knochen nach der Entfernung des Enchondroms?

Der entstandene Hohlraum füllt sich mit Blut und Bindewebeszellen. In einigen Monaten wird das Gewebe in Knochen umgebaut.

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