Die Dupuytren'sche Erkankung, der Morbus Dupuytren

Was ist eine Dupuytren'sche Erkrankung oder Kontraktur? 

Die Dupuytren'sche Kontraktur wurde nach dem Pariser Chirurgen G. Dupuytren benannt. Sie ist Ausdruck einer Stoffwechselstörung des Bindegewebes. Es kommt zu einer Neubildung und Veränderung des Bindegewebes. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft handelt es ich um eine erbbedingte (genetische) Ursache. Oft wird familiäres Auftreten beobachtet. Häufig ebenfalls an der Fußsohle auftretende ähnliche Veränderungen werden als Morbus Ledderhose bezeichnet.

Wer bekommt eine Dupuytren'sche Kontraktur?

Die Dupuytren'sche Kontraktur ist eine Erkrankung des fortgeschrittenen Alters. Sie kommt meist bei Männern vor. Aber auch Jugendliche und Frauen können betroffen sein. Neben dem familiären Auftreten winden sich oft weitere Erkrankungen, wie Stoffwechselstörungen (Diabetes mellitus), Leberleiden oder chronischer Alkoholismus. Die Zusammenhänge konnten bisher aber nicht bewiesen werden. Berichte über die Dupuytren'sche Erkrankung finden sich bereits aus dem Mittelalter. Siehe Historisches.

Welche Strukturen der Hand sind betroffen?

Das Bild (1) zeigt eine fortgeschrittene Erkrankung mit in die Hohlhand eingeschlagenem Kleinfinger.

Von den Patienten wird häufig eine "Verkürzung der Beugesehnen" angenommen. Doch es handelt sich nicht um eine Erkrankung der Beugesehnen! Es ist eine Erkrankung des über den Sehnen gelegenen Bindegewebes. In ihrer normalen Ausprägung bezeichnen wir diese Bindegewebsschicht als Aponeurose. Die folgende Grafik zeigt die Hohlhand mit den Beugesehen und dann mit der Aponeurose.

Diese Bindegewebsschicht finden wird auf der gesamten Greifseite der Hand - einschließlich der Fingergreifseite. Typische Erscheinungsformen der Dupuytren'schen Erkrankung sind neben der zunehmenden Beugekontraktur im Anfangsstadium: Hauteinziehungen, Knotenbildungen und Stränge, welche dann als "hervorspringende Sehnen" interpretiert werden.

Nicht verschweigen möchte ich, dass auch die Streckseite der Finger betroffen sein kann. Wir sprechen von Knöchelpolstern, engl. "Knuckle pads".

Wenn auch die Veränderungen des Bindegewebes die ganze Hand betreffen können, so läßt sich statistisch feststellen, dass mit Abstand am häufigsten der Ring- und Kleinfingerstrahl der Hand betroffen sind.

Wenn Sie nochmals das erste Bild dieser Seite betrachten, so werden Sie neben der Beugekontraktur des Kleinfingers jetzt auch eine kleine Hauteinziehung über der Mittelgelenksbeugefalte des Zeigefingers feststellen. Sie sehen, die Erkrankung kann an der gleichen Hand in sehr milder und gleichzeitig schwerer Form vorliegen!

Wie wird die Dupuytren'sche Erkrankung behandelt?

Die Frage muss zunächst lauten: Muss die Erkrankung behandelt werden?
Antwort: Nicht zwingend. Die Behandlung muss Funktionseinschränkung, Beschwerden und Prognose berücksichtigen.
Ich möchte Sie ermuntern, auch folgende Seiten von Dupuytren-online zu besuchen. Hier finden Sie Informationen aus Sicht Betroffener.

Zur Verfügung stehen:

1. Die Operation mit Entfernung der Sträng (Fasziektomie)

2. Die Durchtrennung der Sträng mit Messer oder Nadel (Fasziotomie)

3. Bestrahlung

Ich selbst habe Erfahrung mit der Operation (Fasziektomie) und der perkutanen Nadelfasziotomie (PNF) sowie der nicht-operativen Behandlung mit Collagenase (Xiaplex).

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