Brüche an Hand und Handgelenk

Was ist ein Knochenbruch?

Ein Knochenbruch ist eine Verletzung des knöchernen Skeletts.

Wie erkennt man einen Knochenbruch?

Wir unterscheiden sichere und unsichere Knochenbruchzeichen.

Sichere Frakturzeichen sind:

Unsichere Frakturzeichen sind:

Bei unsicheren Frakturzeichen kann ein Bruch nicht ohne Röntgenuntersuchung festgestellt oder ausgeschlossen werden!

Was ist ein offener Bruch?

Ein offener Bruch liegt dann vor, wenn Teile des Knochens aus der Haut heraus treten.

Welche Bruchformen gibt es noch?

Man unterscheidet verschiedene Bruchformen:

Unterscheiden sich Brüche bei Erwachsenen und Kindern?

Ja. Der Knochen des  Erwachsenen ist härter und spröder als der des Kindes. Es treten daher beim Erwachsenen meist vollständige Brüche auf. Bei Kindern kommt es meist zu unvollständigen Brüchen. Bei Kindern finden wir sehr häufig den sogenannten Grünholzbruch. Der Knochen knickt wie ein frischer Ast, ohne komplett zu zerbrechen.

Wie heilt ein Bruch?

Der Körper ist prinzipiell im Stande, Knochenbrüche selbständig auszuheilen.  Es müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Eine sehr wichtige Voraussetzung ist die Stabilität eines Bruches. D.h., die Bruchstücke müssen beieinander liegen und es darf nicht zu ständigen Bewegungen im Bruchgebiet kommen.

Durch das aus dem Knochen austretende Blut bildet sich zunächst eine bindegewebige Narbe. Knochenzellen sprießen dann ein, die eine Art Manschette aus Bindegewebe und Knochenmaterial, den Kallus bilden. Die Bruchzone wird damit überbrückt, die Verbindung zwischen den Bruchenden wird allmählich wieder stabil.

Das Röntgenbild (1) zeigt einen Mittelhandknochen. Der Schrägbruch wurde konservativ behandelt. Gut zu erkennen ist der Kallus (2) im Bereich der Bruchzone.

Bei instabilen und verschobenen Brüchen muss nachgeholfen werden, um Defektheilungen zu verhindern:

Der verschobene Bruch muss eingerichtet werden. Wir nennen dies Reposition.

Der instabile Bruch muss in der eingerichteten Position gehalten werden. Wir nenne dies die Retention (Ruhigstellung und Fixierung der Bruchstücke).

Welche Behandlungsmöglichkeiten bei Brüchen hat der Arzt? Was sind Vor- und Nachteile?

Konservative Bruchbehandlung:

Die bekannteste Methode der Ruhigstellung und Fixierung ist der Gipsverband. Der Nachteil dieser Methode ist die Ruhigstellung angrenzender Gelenke und der damit verbundene Gebrauchsverlust der geschädigten Extremität. Der Nichtgebrauch führt  zu Muskel- und Knochenrückbildung (Atrophie) sowie zur Einsteifung von Gelenken. Die Wiederherstellung der Beweglichkeit und der Funktion (Rehabilitation) kann sehr langwierig werden.

Operative Bruchbehandlung:

Um dies zu verhindern und möglichst frühzeitig wieder mit der Rehabilitation beginnen zu können, entscheidet man sich häufig für eine Operation.

Die Fixierung mit Platten, Schrauben oder Drähten nennen wir Osteosynthese. Der Vorteil dieser Methode liegt in der exakteren Wiederherstellung der Anatomie sowie der besseren Fixierung der Fragmente und der damit verbundenen besseren und früheren Beübungsfähigkeit der betroffenen Extremität.

Nachteil der Operation ist die Notwendigkeit der Betäubung und das immer bei offenen Operationen vorhandene Infektionsrisiko.

Welche Spätfolgen gibt es?

Die Knochenheilung verläuft weder bei der konservativen noch bei der operativen Behandlung immer ungestört. Wird der betroffene Arm nicht korrekt ruhiggestellt, bleibt die Bruchzone instabil. Dies trifft besonders auf die Gipsbehandlung zu, kann z.B. aber auch bei gelockerten Schrauben auftreten. Die bindegewebige Narbe bildet keinen Knochen. Es bildet sich ein Falschgelenk (Pseudarthrose).

Der Zug der Muskulatur kann Bruchenden verschieben, dadurch kann der Arm verkürzen. Die Richtung der Fragmente kann abweichen, es resultieren Fehlstellungen oder Achsabweichungen.

Vor allem die benachbarten Gelenke können Spätfolgen zeigen. Ging der Bruch durch die Gelenkfläche oder kommt es zu Achsenfehlstellung, kann es durch die Belastung zum vorzeitigen Verschleiß - der Arthrose - führen.

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