Beugesehnenverletzungen an der Hand

Beugesehnenverletzungen sind problematisch!

Bis zum heutigen Tag bleibt trotz moderner Verfahren die Wiederherstellung einer Beugesehne (1) an der Hand ein nicht zu unterschätzendes Problem. Selbst der erfahrene Handchirurg muss mit Mißerfolgen leben. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Die folgenden Seiten sollen Ihnen in einer verständlichen Form die Besonderheiten dieser Verletzungen und ihrer Therapie näherbringen.

Anatomie der Beugesehnen

Der Beugesehnenbereich der Finger stellt eine Besonderheit dar. Der Kanal ist lang und überspannt drei Gelenke. Der Inhalt besteht aus zwei Sehnen, die unabhängig voneinander gleiten können. Der Boden des Kanals wird von der Knochenhaut der Fingerknochen gebildet. Der restliche Teil des Kanals besteht aus sehr festem Bindegewebe. Dieses Bindegewebe bildet Kreuz- und Ringbänder. Diese Bänder haben unterschiedliche Wertigkeit bei der Führung der Sehnen.

Die Blutversorgung der Sehnen findet über die Umschlagfalte des Gleitgewebes am Eingang des Sehnenscheidenkanals und über die Ansatzstellen am Knochen sowie über sogenannte gefäßführende Vincula statt. Neben der Gefäßversorgung ist die Gleitflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) ebenfalls für die Ernährung der Sehne notwendig.

Die Vorgänge bei der Sehnenheilung sind bis heute Gegenstand wissenschaflticher Untersuchungen. Früher war man der Meinung, dass die Sehnen nur durch Verwachsung und Einsprossung von Gefäßen aus der Umgebung heilen können. Andere Untersuchungen zeigten, dass eine Heilung auch nur durch Versorgung mit der Synovialflüssigkeit möglich ist. Verwachsungen sind zur Ernährung der heilenden Sehnen nicht notwendig - und letztlich nicht gewünscht.

Für die Chirurgie der Beugesehnen bedeutet dies, dass zuführende Gefäße und das Gleitlager möglichst geschont werden müssen.

Die Narbenbildung ist abhängig von

Beugesehnenchirurgie

Die Beugesehnenchirurgie ist keine Anfängersache! Für diese Operationen gilt ganz besonders:

Die Diagnose eine Beugesehnenverletzung setzt exakte Kenntnisse der Anatomie voraus. Neben der Unterscheidung von Verletzungen der oberlächlichen und tiefen Beugesehne müssen auch Begleitverletzungen der Gefäße, Nerven und Knochen erkannt werden.

Nicht immer ist die Verletzung so eindeutig wir auf dem nebenstehenden Bild (2). Die aufgehobene Beugung in End- und Mittelgelenk zeigt eine komplette Durchtrennung der oberlächlichen und tiefen Beugesehnen des Kleinfingers an. Aufgrund der Schnittrichtung ist auch zumindest mit einer Verletzung des ellenseitigen Gefäßnervenbündels zu rechnen.

Mit freundlicher Genehmigung durch Primal Pictures Ltd.

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