Arthrose des Fingermittelgelenkes - die Bouchard-Arthrose

Was ist eine Bouchard-Arthrose?

Es handelt sich um eine Arthrose des Fingermittelgelenkes (proximales Interphalangealgelenk, PIP). Sie wurde 1887 durch Bouchard beschrieben. Die Ursache ist bis heute nicht bekannt. Es handelt sich wahrscheinlich um eine angeborene Knorpelschwäche. Die Bouchard-Arthrose kommt meist im Rahmen der generalisierten Handarthrose (Polyarthrose) auf.

Wer bekommt eine Bouchard-Arthrose?

Anders als die Arthrose des Endgelenkes (Heberden-Arthrose) soll diese Form Frauen und Männer etwa gleich betreffen. Ich selbst glaube, einen höheren Befall bei Frauen beobachtet zu haben.

Wie äußert sich die Bouchard-Arthrose?

Durch Abnutzung und Gelenkveränderung kommt es zu Knochenanbauten. Meist finden sich diese streckseitig und seitlich zwischen Sehen und Seitenbändern. Der Finger treibt mit der Zeit spindelförmig auf. 

Es kommt zu einer Störung der Beweglichkeit mit Streckhemmung und behinderter Beugung des betroffenen Fingers. In der Regel kommt es zu einem symmetrischen Befall. Zeige- und Mittelfinger sind am häufigsten betroffen.

Oft findet sich zusätzlich eine Veränderung des Daumensattelgelenkes (DSG-Arthrose) und der Finngerendgelenke (Heberden-Arthrose). 

Röntgenologisch finden wir eine Abnahme der Gelenkhöhe, eine Verbreiterung der Knochen durch Anbauten (Osteophyten) und Zystenbildung.

Gibt es andere Ursachen für Mittelgelenksveränderungen?

Sicher! Veränderungen können durch Unfallschäden entstehen. Wir sprechen von der posttraumatischen Arthrose. Auch eine rheumatische Erkrankung kann zu Veränderungen der Mittelgelenke führen. Für diese Erkrankung ist aber der Befall der Fingergrundgelenke typischer.

Wichitig ist der Ausschluss einer Schuppenflechte mit Gelenkbefall (Psoriasis-Arthritis). Diese zeigt in der Regel einen asymmetrischen Befall. Leider nicht immer vorhandene Haut- und Nagelveränderungen führen zur Diagnose.

Was kann man gegen eine Bouchard-Arthrose tun?

Die Arthrose ist bis heute leider nicht heilbar. Wichtig ist Bewegung! Bei schmerzhaften Schüben der Erkrankung können entzündungshemmende Medikamente oder auch Kortisoninjektionen Linderung geben.

Operativ kommt eine Versteifung oder eine Prothese in Betracht.

Die Versteifung führt zu einer besseren Belastbarkeit bei verminderter Fingerbeweglichkeit. Die Prothese erhält eine Restbeweglichkeit bei geringerer Stabilität und Belastbarkeit des Fingers.

Welcher Methode der Vorzug zu geben ist, hängt von vielen Faktoren ab und muss individuell entschieden werden.

Ist die Belastbarkeit (z.B. Handwerker) wichtig und ist nur ein Finger betroffen, so ist in der Regel die Versteifung die bessere Wahl.

Bei Befall mehrer Finger ist oft ein Gelenkersatz sinnvoll. 

Das Bild (2) zeigt die zu erreichende Bewegung nach Implantation einer Swanson-Prothese in das Mittelgelenk des Mittelfingers.

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